Imkerbrief 2021-03

Liebe Imkerinnen und Imker im Verein,

die Tage werden länger – der Imkerbrief auch. Kein Wunder, denn wenn der Imkerstammtisch wegen der Corona-Pandemie laufend ausfallen muss, stauen sich die Themen an. Wir bemühen uns, Euch trotzdem auf dem Laufenden zu halten. Wir im Vorstand treffen uns wenigstens einmal im Monat- im Moment natürlich nur auf dem Bildschirm. Aber die virtuellen Treffen machen es wenigstens möglich, dass wir uns sehen. Das ist bei der Diskussion der vielen Themen, die uns momentan beschäftigen, sehr hilfreich.
Gefreut hat uns die rege Teilnahme an der ersten virtuellen Imkerberaterstunde. Manuela, Petra und Johannes konnten fast zwei Stunden lang Fragen beantworten und Tipps zu ganz speziellen Themen geben. Schön, dass nicht nur Neuimker die Chance genutzt haben. So entstand eine lebhafte Diskussion, die mit dem Wunsch endete, diese Sprechstunde der Imkerberater im März zu wiederholen. Voilà – der Wunsch ist uns Befehl!

Am Bienenstock

Auf Futter achten!!


 Die Wetterkapriolen der vergangenen Jahre im Frühjahr setzen sich fort: Noch nie gab es eine so lange und warme Sonnenphase im Februar. Das Thermometer zeigte bei uns in Wiesbaden bis zu 22 Grad. Kein Wunder, dass an den Bienenstöcken der Teufel los war und reger Flugbetrieb herrschte. Nur – unsere Immen flogen mit leerem Tank los und kamen mit leerem Tank zurück. Allenfalls die Pollensammlerinnen waren erfolgreich und landeten mit dicken Haselhöschen am Stock.
Jetzt sind die Temperaturen wieder gesunken, die Mädels bleiben daheim. Heißt: Sie brauchen Futter!! Und deshalb ist es jetzt Imkers erste Pflicht, den Wintervorrat im Auge zu behalten. Unsere Waagen zeigen, dass im Moment je nach Volkstärke täglich zwischen 80 und 150 Gramm verbraucht werden. Wenn wir davon ausgehen, dass vor Anfang April nicht mit nennenswerten Trachten zu rechnen ist, dann sollten einzargige Völker mindestens sieben, zweizargige Völker mindestens neun Kilo Futter zur Verfügung haben.
Gerhard Liebig gibt Tipps zur Notfütterung hier: https://www.immelieb.de/am-bienenstand/februar/

Einen interessanten Online-Vortrag zum Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Imkerei bietet Dr. Ralf Büchler vom Bieneninstitut Kirchheim an:

Tote Völker abräumen


 Bislang sind die bei uns eingegangenen Meldungen über verstorbene Völker sehr überschaubar. Wir würden uns freuen, wenn das so bleibt, denn das wäre ein Hinweis darauf, dass die Varroaprophylaxe im Verein funktioniert. Dennoch kann es selbst dem besten Imker passieren, dass er im Frühjahr in eine leere Beute schauen muss.
Damit es nicht zu Plünderungen durch andere Bienen kommen kann, müssen die betroffenen Bienenstöcke unverzüglich abgeräumt oder wenigsten verschlossen werden.
Wichtig ist dann, die Ursache für den Verlust des Volkes zu finden. War es Varroa, war es Futtermangel oder gibt es andere Gründe? Wer sich nicht sicher ist, sollte fachlichen Rat der Imkerberater holen. Hier gibt es zwei Wege: Einmal durch eine Mail an imkerberater@imkerverein-wiesbaden.de, zum anderen durch die Teilnahme an unserer virtuellen Beraterstunde: Die nächste findet am Donnerstag, 18. März, ab 19 Uhr, statt. Wir werden hierzu einen Link an unsere Mitglieder versenden, der die Teilnahme ermöglicht.

Aus dem Verein

Völkerbörse


 Auch in diesem Jahr werden wir wieder eine Völkerbörse für unsere Vereinsmitglieder organisieren. Wer Bedarf an einem oder mehreren Völkern hat, meldet dies unter dem Stichwort „Ankauf Völker“ an info@imkerverein-wiesbaden.de. Gleiches gilt für alle, die Völker abgeben wollen. Hier lautet das Stichwort „Verkauf Völker“. Bitte gebt jeweils das Wabenmaß (Zander, Deutsch-Normal, usw.) an.
Wir bringen dann Anbieter und Interessenten zusammen.

Schwarmfänger gesucht
Die zahlreichen Meldungen von Bienenschwärmen in den beiden letzten Jahren zeigen, dass es sinnvoll und dringend notwendig ist, ein Team von Schwarmfängern zur Verfügung zu haben, das relativ schnell auf die Anrufe reagieren kann. Wir werden auch wieder das „Schwarmmelder-Telefon“ einrichten und dessen Nummer öffentlich bekannt machen.
Wer Interesse daran hat, Bienenschwärme im Stadtgebiet zu bergen, kann sich unter vorstand@imkerverein-wiesbaden.de melden. Wir erstellen dann einen „Dienstplan“.

Blumenzwiebel-Retter


In enger Zusammenarbeit mit der Abteilung „Friedhofswesen“ des Grünflächenamtes starten wir ab Mitte März die Aktion „Blumenzwiebel-Retter“, bei der wir abgeblühte Frühblüherzwiebeln auf den Friedhöfen sammeln, um diese zusammen mit dem Team des Amtes auf nicht benötigten Bestattungsflächen wieder einzupflanzen. Ziel ist es, im nächsten Frühjahr mehr Blütenangebote für die Insekten zu haben.
Die „Blumenzwiebelretter“ des Imkervereins kontrollieren und leeren Körbe bis Anfang Mai. Unser erster Aufruf hatte eine wirklich gute Resonanz. Nur noch für Biebrich, Nordenstadt und Igstadt werden Helfer benötigt. Wer mithelfen will und ein oder zweimal in der Woche die Körbe leeren kann, meldet sich unter vorstand@imkerverein-wiesbaden.de.
Ganz nebenbei: Die Kosten für die Infoständer und die Körbe übernimmt der Verein, um damit seine Verantwortung für die Natur öffentlich zu dokumentieren.

Lauschangriff auf ´s Bienenvolk


Ein ganz besonderes Erlebnis bietet Professor Jürgen Tautz an, mit dem wir freundschaftlich verbunden sind: Am Donnerstag, 4. März, 19.30 Uhr, kann man seinen spannenden und informativen virtuellen Vortrag mit dem Thema „Ein Hightech-Lauschangriff auf das Innenleben eines Bienenvolkes“ verfolgen.
Bienen arbeiten zusammen und miteinander. Gemeinsam bilden sie das Bienenvolk. Einiges weiß man bereits über diesen „Schlüsselorganismus im Naturhaushalt“. Anderes liegt nach wie vor im Dunkeln. Mit immer raffinierteren Methoden gelingt es mittlerweile, tiefer und tiefer in das Innenleben der Bienenvölker einzudringen. Dabei kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – es ergeben sich immer neue Fragen. Und je mehr wir wissen, desto größer werden unsere Achtung und unser Respekt vor den Leistungen des Bienenvolks. Der Vortrag beleuchtet eine Reihe ganz unterschiedlicher, faszinierender Aspekte im System „Bienenvolk“ – zum Beispiel den Wabenbau, die Nestklimatisierung im Sommer wie im Winter oder besondere Verhaltensweisen, wie das Schlafen und die Flugaktivität der Bienen während einer Sonnenfinsternis.

Achtung: Die Anmeldung macht eine Mail an anmeldung@na-hessen.de bis 1. März unter Angabe des Namens, des Vereins, der Anschrift, der Rufnummer und der Mail-Adresse erforderlich. In der Mail muss bestätigt werden, dass man mit der Datenschutzvereinbarung einverstanden ist (die gibt es hier: Download)


Hat man alles richtig gemacht, bekommt man eine Mail mit einem Zugangslink, den man ab 19.20 Uhr aktivieren kann.
Veranstalter sind das Naturschutzzentrum Wetzlar in Verbindung mit dem Imkerverein Wetzlar und dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV).

Filme der Bieneninstitute


Das Institut für Bienenkunde und Imkerei in Veitshöchheim produziert derzeit kurze Clips zu sehr vielen praktischen Arbeiten. Diese sind in den auf der bereits bestehenden Youtube-Playlist eingestellt. Hier gibt es auch einen kleinen Film zur Notfütterung.


Filmbeiträge aus dem Bieneninstitut in Kirchhain zum Thema alternative Varroabehandlung gibt es hier.

Bitte Kontaktdaten überprüfen


Umgezogen und die neue Adresse nicht dem Verein gemeldet? Bank und Konto gewechselt und keine neue Abbuchungsgenehmigung erteilt?…
,,, das macht uns im Vorstand ziemlich viel Arbeit und verursacht unnötige Kosten.
Wir haben deshalb die herzliche Bitte, uns Veränderungen bei den Adressen-, Kontakt und Bankdaten umgehend mitzuteilen.

Falsche Stammdaten können auch dazu führen, dass wir im Schadensfall keine ordentliche Bearbeitung machen können und damit eine Regulierung erschwert wird oder nicht möglich ist.
Änderungsmeldungen erreichen uns unter info@imkerverein-wiesbaden.de

Wir wünschen Euch einen schönen März und einen „echten“ Frühlingsanfang, der auch unseren Bienen gefällt.

Bleibt gesund!

Der Vorstand

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