Imkerbrief 2021 -8

Liebe Imkerinnen und Imker,
das war’s dann wohl… Die Honigernte in Wiesbaden geht dem Ende zu. Die Stockwaagen zeigen über mehrere Tage hinweg einheitlich Gewichtsabnahmen zwischen einhundert Gramm und fast einem Kilo pro Tag. Der erhoffte Blattnektar ist ausgeblieben, dort, wo es ihn gab, wurde er vom Regen abgewaschen. Die Felder sind abgeerntet und auch in den Parks geht die Blütenpracht zurück. Nix mehr zu holen, aber die Brut hat Hunger…


Jetzt lautet die Devise: Abernten, Futterstoß (damit die Bienen nicht in Panik verfallen, weil das Essen weg ist) und anschließend Kontrolle des natürlichen Milbenfalls. Je nach Befall folgt dann die Varroabehandlung. Nach wie vor gilt – Behandlung nach Befallsgrad! (Siehe hierzu auch den Imkerbrief 2021-7). Neben der von den allermeisten Mitgliedern genutzten Ameisensäurebehandlung gibt es mehrere Varianten, die es uns ermöglichen, auf dieses Mittel zu verzichten. Zwei davon werden wir in Praxisvorführungen in den nächsten Tagen zeigen, nachdem wir sie bereits in den
Monatlicher Imkerbrief des Imkervereins Wiesbaden 8-Juni 2021
vorangegangen Online-Stammtischen theoretisch bearbeitet haben. Beide Methoden haben das Ziel, Brutfreiheit zu erzeugen und so eine schonendere Behandlung mit Oxalsäure zu ermöglichen. Zu beiden Präsentationen sind die Empfänger unseres IVW-Imkerbriefs herzlich eingeladen.

Praxis-Seminar: Teilen und Behandeln
Bei dieser Methode wird die Brutfreiheit erzielt, in dem ein Flugling mit der Königin und ein Brutling ohne Königin mit auslaufender Brut „gebaut“ wird. Hierzu hatten wir Euch auch eine Präsentation mit dem letzten Imkerbrief übersandt. Unsere Bienensachverständige Petra Wander praktiziert diese Art der Varroabekämpfung seit mehreren Jahren erfolgreich: Am Freitag, 30. Juni, ab 17 Uhr, zeigt Petra den ersten Teil der Behandlung an ihrem Bienenstand in der Schönaustraße. Bei starkem Interesse bietet Petra einen zweiten Termin am Samstag, 31. Juli, ab 16 Uhr an. Achtung: Hierfür ist unbedingt eine Anmeldung per Mail unter info@imkerverein-wiesbaden.de erforderlich! Einen Anfahrtsplan fügen wir diesem Imkerbrief bei.

Praxis-Seminar: Vitalbiene
Einen anderen Weg erprobt das Bieneninstitut Kirchhain mit seinem Projekt „Vitalbiene“. Hier wird die Brutfreiheit durch Käfigen der Königin erzeugt. Auch hierzu haben wir einen Online-Stammtisch gemacht und Euch Unterlagen zukommen lassen. Mitarbeiter des Bieneninstituts Kirchhain werden uns am Samstag, 7. August, ab 10 Uhr, die erforderlichen Schritte erläutern und in der Praxis zeigen. Auch hierfür ist unbedingt eine schriftliche Anmeldung unter info@imkerverein-wiesbaden.de erforderlich.

Die Metamorphose der Honigbiene
Honigbienen gehören zu den holometabolen Insekten [Holometabola; altgriechisch ὅλος holos „ganz“, „vollständig“ und μεταβολή metabolé „Veränderung“], die in ihrer Entwicklung eine vollständige Verwandlung (Metamorphose) von einer Larve über eine Puppe zum ausgewachsenen Insekt durchmachen. Dabei verläuft die Puppenphase unter dem Zelldeckel ab.

Will man die Entwicklung verfolgen, so kann man zum Kennenlernen mit einer Pinzette durchaus einmal vorsichtig den Brutzelldeckel entfernen und sich die verschiedenen Entwicklungsstadien anschauen. Diese stellt sich mit spezifischen Verfärbung u.a. der Augen der Bienenpuppe dar. Wer diese natürlichen Vorgänge kennt, der kann auch eher den Unterschied zu erkrankter Brut erfassen. Da es immer wieder einmal Nachfragen hierzu gibt, stellen wir Euch entsprechendes Bildmaterial auf den folgenden Seiten zur Verfügung. Der Fotograf Anand Varma hat die Metamorphose der Honigbienen im Eiltempo von 60 Sekunden zusammengefasst. Das Ergebnis könnt Ihr hier anschauen.

Gerne verweisen wir auch auf das einzigartige Entwicklungsvideo der Honigbiene, das Siefert P., Buling N. und Grünewald B. vom Institut für Bienenkunde, Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main in Oberursel erstellt haben. Das gibt es hier: www.nature.com/articles/s41598-020-65425-y. (Text aus dem Infobrief des Bieneninstituts Celle)

Scheibenputzer gesucht
Die Tafeln unseres Bienenlehrpfades auf der Bienenwiese im Aukamm brauchen eine monatliche Reinigung, denn die schöne große Linde sorgt für einen klebrigen Belag. Wasser, Spülmittel und ein Schwamm genügen. Der Arbeitsaufwand ist gering – in 20 Minuten sind alle Infoständer gereinigt.
Wer in der Zeit zwischen Mai und Oktober (in der Winterzeit entfernen wir die Tafeln) Zeit hat, einen monatlichen Reinigungsgang durchzuführen, meldet sich unter info@imkerverein-wiesbaden.de.
Unser Bienenlehrpfad wird außerordentlich stark frequentiert, wie wir an den mehrere tausend Zugriffen der Internetseite sehen können, zu der die QR-Codes verweisen. Das freut uns natürlich sehr und deshalb soll unser Lehrpfad auch „glänzen“.


Wir wünschen Euch einen schönen August und erholsame Urlaubstage
Der Vorstand