IVW-Imkerbrief 2021 -7

Liebe Imkerinnen und Imker im Verein,
liebe Freunde, Unterstützer und Gönner,
wie immer zu Monatsbeginn der aktuelle Imkerbrief des IV Wiesbaden.

Monatsrückblick

„Wenig Honig – viele Schwärme“, das ist die Bilanz des Frühjahrs 2021 in Wiesbaden. Das kalte Frühjahr hat uns die Honig-Bilanz verhagelt und jede Menge Arbeit bereitet. Die Immen haben sich im Stock gewärmt. Draußen war es kalt und nass. Arbeitslos, wie sie nun einmal waren, und weil sie sich mangels Ausflugmöglichkeiten viel zu dicht auf der Pelle saßen, wurden aus Langeweile jede Menge Weiselzellen gebaut. Die Folge waren jede Menge Schwärme. Nicht alle waren – trotz unbürokratischer Unterstützung durch die Feuerwehr – erreichbar. Einige waren auch bereits in die Fassaden der in Wiesbaden ja häufigen Altbauten eingezogen. Ein herzliches „Dankeschön“ geht jedenfalls an die Schwarmfänger, die zuverlässige Ansprechpartner für die Anrufer auf dem Schwarmmeldetelefon waren und immer kurzfristig zum Einsatzort gefahren sind.

Am Bienenstand


Nachdem die Frühjahrsernte an den meisten Ständen eher mickerig ausgefallen ist, scheint sich jetzt doch noch eine Sommer-Honigernte anzubahnen. Die Linden haben „nasse Füße“ und liefern reichlich Nektar. Auch Brombeere und Heckenrose blühen und locken die Immen. Die Waagen zeigen in den letzten Tagen eine deutliche Gewichtszunahme – jedenfalls an den Tagen, an denen es gerade einmal nicht regnet (dann geht das Gewicht wieder „bergab“, denn die Brut braucht Futter…).

Varroa im Blick
Mit der Sonnenwende reduzieren die Königinnen langsam die Eiablage und die Drohnen werden als „unnütze Fresser“ aus dem Stock verbannt. Die Herren werden Opfer der Drohnenschlacht, die das Ende der Saison einläutet. Deshalb ist es schon jetzt einmal gut, die Varroabelastung zu checken. Welche Völker haben viele, welche weniger Milben? Wie hoch ist der Varroadruck?

Drei Tage sollten die Schieber eingeschoben werden, dann wird ausgezählt. Jetzt im Juli sollten nicht mehr als zehn Milben pro Tag auf dem Brett zu finden sein (Achtung: Bausperre entfernen, die verfälscht das Ergebnis!!).

Womit wir bei der Varroa-Behandlung wären. Da haben wir die Qual der Wahl zwischen der konventionellen und alternativen Behandlung. Ameisensäure oder Brutpause? Das muss letztendlich jeder für sich entscheiden, aber wer seine Bienen schonen möchte, der sollte sich mit den alternativen Varroareduktionsmethoden befassen. Bewährt hat sich die Methode „Teilen und behandeln“.
Wir werden im nächsten Imkerbrief das Thema aufgreifen.

Projekt „Vitalbiene“

Interessant ist das Angebot des Bieneninstituts in Kirchhain, den Imkerverein Wiesbaden am Projekt „Vitalbienen“ teilnehmen zu lassen. Zentrale Idee ist, durch Käfigen der Königin im Juli und August eine Brutpause zu erzielen. Es folgt eine Behandlung mit Oxalsäure. die eventuell weitere Behandlungen und den Verzicht auf Ameisensäure ermöglicht. Das Team des Bieneninstituts hat im Rahmen unseres Online-Stammtischs das Projekt vorgestellt. Wir haben im Anschluss dem Institut eine Reihe von Fragen gestellt und angeregt, ein „Pflichtenheft“ zu erstellen, in dem die einzelnen Schritte und Leistungen der Imker und des Beratungsteams festgehalten sind. Ziel muss es sein, unsere Mitglieder vorab in die Lage zu versetzen,  Entscheidungen über die Teilnahme zu treffen. In einer Präsenzveranstaltung im August soll das Projekt im Aukamm auch praktisch präsentiert werden. Wir werden hierzu einladen.

Honigprämierung
Der Landesverband lädt wieder zur alljährlichen Honigprämierung. Zugelassen sind nur Honige im DIB-Glas. Alle Infos gibt es hier: https://hessische-imker.de/page/termine/hessische-honigpraemierung-
2021/

DIB-Gläser abzugeben

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Wegen Umstellung auf Neutralgläser gibt ein Mitglied mehrere Kartons DIB-Gläser (500 Gramm, gespült mit Deckel) ab. Die 12er-Kiste kostet sechs Euro. Kontaktaufnahme über info@imkerverein-wiesbaden.de.

Standaufgabe


Unser Mitglied Julian Stoll muss aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln. Deshalb gibt er seinen Stand auf und verkauft sieben Wirtschaftsvölker auf Zander. Er gibt auch den Stellplatz (umzäunt) nebst weiterem Material ab.  Für den Platz gibt es einen Gestattungsvertrag mit der Stadt Wiesbaden.. Gerne würde er das ganze „Paket“ an ein Vereinsmitglied abgeben und bietet einen „fließenden Übergang“ an. Interessenten wenden sich an imkerei@julianstoll.de

Nächster Online-Stammtisch

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Wir werden den hoffentlich letzten Online-Stammtisch am Donnerstag, 8. Juli, veranstalten. Beginn ist wie immer um 19 Uhr. Neben Vereinsthemen werden wir uns diesmal der „Asiatischen Hornisse“ (Vespa veluntina) widmen, die sich im Rheintal offensichtlich verbreitet und eine Gefahr für die Honigbienen darstellt. Der Zugangslink wird unseren Mitgliedern wieder einen Tag vor der Sitzung per Mail zur Verfügung gestellt. Nach der Sommerpause hoffen wir auf ein Wiedersehen in unserem Vereinslokal „Zum Adler“ in Delkenheim.

Filmmaterial Bienenkrankheiten gesucht

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Für die Produktion von Lehrfilmen im Rahmen des Projekts „Praxis Forschung Bienen“ ist das Bieneninstitut in Kirchhain auf der Suche nach Symptomen von Bienenkrankheiten, die es filmen und fotografieren darf.
Speziell gesucht wird nach Symptomen von: Sackbrutvirus, Kalkbrut, Deformed Wing Virus, Chronisches Bienen Paralyse Virus und Durchfallerscheinungen.  Außerdem ist man auf der Suche nach Schädlingen der Honigbiene wie z. B. Asiatische Hornisse vespa velutina, Wachsmotte und Bienenlaus. Auf der Liste stehen auch sämtliche meldepflichtigen Bienenkrankheiten (AFB, EFB, Tropilaelaps Milbe, kleiner Beutenkäfer).
Alle Meldungen werden vertraulich behandelt! Das Team des Bieneninstituts besucht den betroffenen Bienenstand und gibt bei dieser Gelegenheit auch Tipps, wie man die Völker wieder kurieren kann.
Kontakt: Bieneninstitut Kirchhain, D.Brechensbauer Tel.: 06422-940619, daniel.brechensbauer@llh.hessen.de


Gesunde Ableger abzugeben
Unser Mitglied Stefan Kantzenbach gibt starke Ableger im Zandermaß mit Gesundheitszeugnis ab
Kontakt: stefan@kantzenbach.de


Unser ultimativer Urlaubstipp: „Live von Pias Bienenstand“
Höchst informativ (und meist auch sehr amüsant) sind die Beiträge von Pia Aumeier und Dr. Gerhard Liebig, die man im Internet unter dem Titel „Live von Pias Bienenstand“ verfolgen kann. Die Filme kann man auch auf „Youtube“ aufrufen:


Hier gibt es jede Menge Tipps und Informationen, die auch für „Alte Hasen“ sehr wichtig sein können. Die beiden Akteure verstehen es prima, imkerliches Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln, die für die Arbeit am Stock sehr nützlich und praktikabel sind. Und dass es dabei zwischen den beiden Bienenexperten manchmal gewaltig „menschelt“, macht die Serie besonders unterhaltsam.
Unser Urlaubstipp: In einer stillen Stunde sich die Beiträge ansehen. Wir versprechen: Langeweile kommt ganz bestimmt nicht auf und man lernt immer wieder dazu!


Bienenfutter


Wir sind im Moment in Gesprächen mit der Raiffeisen-Niederlassung in Ingelheim, um einen Rabatt für die Mitglieder des Imkervereins Wiesbaden für Bienenfutter zu erhalten. Unser Anliegen ist es, neben günstigen Einkaufsmöglichkeiten zu finden, auch Versandkosten und weite Wege zu vermeiden, um so einen weiteren Beitrag zur Umweltschonung zu leisten. Sobald wir die genauen Konditionen vorliegen haben, werden wir unsere Mitglieder via Mail informieren.
Eine günstige Quelle für Imkerbedarf in der Nähe (Wachs, Beutenzubehör, Ameisensäure, usw.) ist Manfred Bender in Kemel, Neustraße 26, 65321 Heidenrod-Kemel. Telefon: 06124 3636..


IVW-Schwarmretter im TV

Das Schwarmnotruftelefon des Imkervereins Wiesbaden ist mittlerweile auch in den Medien bekannt. Sie helfen nicht nur sehr gerne, die Rufnummer zu verbreiten, sondern berichten auch oft über unsere Arbeit. Ein Team von SAT 1 hat Johannes Wolf bei einem Einsatz begleitet. Den gelungenen Beitrag kann man hier sehen: https://www.1730live.de/unterwegs-mit-dem-bienen-notruf/.

Wir wünschen Euch eine schöne Urlaubszeit. Passt auf Euch auf und kommt gesund wieder!

Der Vorstand


Bildnachweis: Alle Grafiken aus der freien Datenbank pixabay.com und eigene Illustrationen