Bienen und andere Bestäuber brauchen dringend Nahrungs- und Nistmöglichkeiten. Die sind mittlerweile rar. Deswegen unterstützen wir die Anlage von Blühflächen und Blumenwiesen durch Beratung, und wenn es finanziell machbar ist, auch durch Stellung der Samen.
Schritt 1: Die Vorarbeit – Saatbett vorbereiten
Nur ein sauberes Saatbett bietet Wildblumenkeimlingen ideale Startbedingungen. Deshalb sollte die Bodenvorbereitung zur Ansaat bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Sie ist entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg einer Neuanlage.
Das Saatbett muss vor einer Ansaat frei von problematischen Wurzel- und Samenunkräutern sein.
Wurzelunkräuter entfernen:
Werden Wurzelunkräuter wie Ampfer, Quecke, Distel, Weißklee oder Winde im Boden belassen, leidet die Entwicklung der Arten und die Optik der Neuanlage mitunter so sehr, dass oft noch einmal neu angesät werden muss. Abhilfe schaffen der Umbruch der Fläche durch Umgraben oder – bei großen Flächen – mittels Pflug und der mehrmalige Einsatz eines Grubbers.
Samenunkräuter durch Schwarzbrache bekämpfen:
Bei der Schwarzbrache wird auf der zur Ansaat vorgesehenen Fläche mehrmals eine flache Bodenbearbeitung mit einer Fräse oder einem Sauzahn durchgeführt. Dadurch wird das Samendepot der unerwünschten Beikräuter (oft Lichtkeimer!) zum Keimen gebracht und die jungen Keimlinge dann durch die erneute Bearbeitung mechanisch aus dem Boden gezogen.
Wichtig: Die letzte Bodenbearbeitung vor der Ansaat darf maximal 5 cm tief erfolgen, damit tiefer liegende Unkrautsamen nicht an die Oberfläche gelangen.
Schritt 2: Aussäen
Das Saatgut muss obenauf gesät und darf nicht eingearbeitet werden. Wird maschinell gesät (Rasenbaumaschine, Drillmaschine), müssen Striegel und Säschare hochgestellt werden. Bei einer Handaussaat sollte das Saatgut durch Maisschrot, Sand oder Sägemehl gestreckt werden, um eine gleichmäßigere Verteilung zu ermöglichen.
Das unbedingt notwendige Anwalzen der Ansaat sorgt für den benötigten Bodenschluss und eine gleichmäßige Keimung des Saatguts.
Schutz der Ansaat: Zum Schutz bei starker Sonneneinstrahlung, Erosionsgefahr, Kahlfrösten und Vogelfraß empfiehlt sich eine lockere Mulchschicht. Die Halme des Grasschnitts sollten nicht zu kurz sein – das Mulchmaterial sollte keine Unkräuter wie Winde, Quecke, Distel, Weißklee oder Ampfer enthalten.
Grundregel: Nur in unkrautfreies Saatbett ansäen!
Schritt 3: Pflege & Mahd
Wurde ein gut vorbereitetes, unkrautfreies Saatbett angesät, kann die Mischung – bei optimaler Witterung – bereits im Folgejahr wie ein gut entwickelter Bestand gepflegt werden.
Wiesenmischungen:
- Böden mittlerer Qualität: 1–2 Mal Mahd pro Jahr
- Extrem magere Böden: Mahd alle zwei Jahre ausreichend
- Nährstoffreiche Böden / niederschlagsreiche Jahre: ggf. 3. Mahd
Saum- und Blühmischungen:
Generell nur einmal pro Jahr im Spätherbst mähen. Will man Insekten ein Winterquartier in hohlen Stängeln oder Vögeln Samenstände als Nahrung bieten, wartet man mit dem Abmähen bis kurz vor dem Neuaustrieb (April bis Anfang Mai).
Bei starker Verunkrautung (Schröpfschnitt):
Ca. 8–10 Wochen nach Ansaat einen Schröpfschnitt der Beikräuter auf 5–6 cm Wuchshöhe durchführen und das Mahdgut bei hoher Blattmasse abräumen. Der Schröpfschnitt ist bei erneutem Aufwuchs noch ein- bis zweimal zu wiederholen.
FAQ
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Ansaat?
Generell ist Frühjahr oder Spätsommer ideal. Anhaltende Frühjahrstrockenheit kann die Keimung verzögern – in diesem Fall ist Geduld gefragt.
Wie tief muss ich den Boden vor der Aussaat bearbeiten?
Die letzte Bearbeitung sollte maximal 5 cm tief erfolgen, damit keine tiefer liegenden Unkrautsamen an die Oberfläche gelangen.
Wie oft muss ich die Blühwiese mähen?
Wiesenmischungen auf normalen Böden 1–2 Mal jährlich, Saum- und Blühmischungen nur einmal im Spätherbst.
