Honig aus Wiesbaden – regional und naturrein

David Richter | Imkerverein Wiesbaden e.V.

Honig kann man importieren – Bestäubung aber nicht!

Stefan Spiegl, dem Präsidenten des Landesverbands Bayerischer Imker (LVBI)

Wiesbadener Honig – besonders und vielseitig

Wiesbadener Honig ist besonders vielseitig, denn seinen typischen Geschmack bestimmen die Blüten im Stadtgebiet, die von den Bienen besucht werden.

Im Frühjahr blühen auf den zahlreichen Streuobstwiesen Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen. Gelb färbt der Raps – eine der Hauptnektarspender – die Landschaft. Er liefert einen großen Teil des Frühjahrshonigs. Die vielen Parks mit ihren sehr unterschiedlichen Bäumen prägen den Sommerhonig, den wir auch an den Waldrändern der Taunushänge ernten.

Die Wiesbadener Imker ernten diesen Honig mit großer Sorgfalt. Die Waben werden erst aus den Bienenstöcken entnommen, wenn sie „verdeckelt“ sind – Zeichen dafür, dass er „reif“ ist. Das bedeutet, dass nur noch weniger als 20 Prozent Wasser im süßen Brotaufstrich enthalten ist.

Wiesbadener Honig ist naturbelassen. Er wird weder gefiltert noch erhitzt. So bleiben die guten Inhaltsstoffe – Enzyme, Mineral- und Aromastoffe sowie Vitamine – optimal erhalten.

Honig im Imkerglas des Deutschen Imkerbundes hat eine besonders hohe Qualität: maximal 18 Prozent Wasser – konzentrierter als die deutsche Honigverordnung (20 %) fordert.

Warum regionalen Honig kaufen?

Landauf landab sind Honigbienen bei Genießern, Landwirten, Obstbauern und Mutter Natur beliebt. Schließlich verdanken wir ihnen nicht nur wertvollen Honig, denn als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen nehmen sie eine bedeutende Rolle ein.

Fakten zur Bedeutung der Bestäubung:

  • Rund 80 % der 2.000–3.000 heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Honigbienen als Bestäuber angewiesen
  • Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15-fache – das sind rund 2 Milliarden Euro jährlich in Deutschland und 70 Milliarden US-Dollar weltweit
  • Damit sind Bienen eines der 3 wichtigsten Nutztiere neben Rind und Schwein
  • Eine Biene fliegt bis zu 30 Mal am Tag aus und besucht dabei 200–300 Blüten

Nur rund 20 Prozent des in Deutschland verzehrten Honigs stammt auch tatsächlich aus unserem Land. Hauptlieferanten sind Argentinien, Chile, Uruguay, Mexico und China. Achten Sie einfach auf die Herkunft: „Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ kann kein Honig aus der Region sein.