
Biene Majas wilde Verwandte
In Deutschland leben rund 560 Bienenarten. Nur ganz wenige – die Honigbiene, Hummeln, Wespen und Hornissen – bilden einen Staat. Alle anderen Wildbienen sind sogenannte „Solitärbienen“ – leben also alleine. Ihre Brutstätten liegen in Mauerritzen, morschem Holz oder unter der Erde. Mehr als die Hälfte aller Wildbienen in Deutschland sind extrem gefährdet und brauchen dringend Schutz.
Äpfel, Birnen, Kirschen, Raps und tausende andere Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Doch in den letzten 30 Jahren haben wir rund zwei Drittel aller Insekten verloren. Mit den Insekten gehen auch viele Pflanzen für immer verloren, denn gerade Wildbienen sind „Nahrungsspezialisten“ und auf ganz bestimmte Futterpflanzen angewiesen.
Der Schutz der Wildbienen ist ein Anliegen des Imkervereins Wiesbaden, dem Mitglieder und Vorstand ein großes Augenmerk widmen.
Hilfe für Wildbienen im Garten
Viele unserer heimischen Wildbienen bauen ihre Nester in die Erde. Sie haben es besonders schwer, denn lösshaltige Steilwände, Lehmgruben oder auch naturbelassene Ödlandflächen gibt es immer weniger. Wildbienen brauchen also Hilfe.
Wichtig: Nistplatz und Futterquellen müssen dicht beisammen liegen. Wildbienen fliegen nicht so weit wie Honigbienen – nur 200 bis 300 Meter. In diesem Radius muss auch Nistmaterial zur Verfügung stehen.
Tipps für naturnahe Gärten:
- Heimische Blühpflanzen statt Geranien (Geranien liefern kaum Nektar)
- Trockenmauern aus Natursteinen als Nistplatz für erdnistende Arten
- Vermortertes Holz oder trocken stehende Pflanzenstängel stehen lassen
- Sandig-lösshaltige Bereiche als Nestmöglichkeit freilassen
- Naturnahe Gärten als Rückzugsgebiet für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge
Tipps für Balkon und Fensterbrett:
Auch wer keinen Garten hat, kann der „Biene Maja“ und ihren wilden Freunden etwas Gutes tun. Beispielsweise durch den Verzicht auf Geranien. Diese werden von den heimischen Bestäubern nicht oder nur wenig angeflogen, weil sie wenig Nektar anbieten. Heimische Balkonpflanzen wie Lavendel, Thymian oder Margeriten sind wertvolle Alternativen.
Um Bienen etwas Gutes zu tun, muss man nicht unbedingt Imker werden.
Weitere Tipps zum bienenfreundlichen Gärtnern: → https://www.garten.schule/bienenfreundlicher-garten/
Informationsquellen & Filme zu Wildbienen
Webseiten:
- wildbee.ch – Eine der besten Informationsseiten zu Wildbienen aus der Schweiz: Wissen zu Arten, Lebensräumen und Nistmöglichkeiten → https://www.wildbee.ch
- „Faszination Wildbienen“ von Paul Westrich – Riesiges Bildarchiv, Tipps für Bienenwohnungen → https://www.wildbienen.info
- NABU – Anleitung zum Bau richtiger Wildbienenwohnungen → https://www.nabu.de
Empfohlene Filme:
- „Wildbienen – von Einzelgängern, Killern und Königinnen“ – Planet Wissen, 58 Minuten
https://youtu.be/SoN68YT6mLk?si=OIYOuBbRWf9D7jhs - „Biene Majas wilde Schwestern“ – BR Mediathek
https://youtu.be/4ISyRfCOIu8?si=IhJF6mswYpXURR4A - „Bienenfreundliches Hessen – Insekten im Garten helfen“
https://www.ardmediathek.de/video/landesschau-rheinland-pfalz/insektenfreundlicher-garten-tipps-und-tricks/swr-rlp/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIyNDU2NjI
FAQ
Wie viele Wildbienenarten gibt es in Deutschland?
In Deutschland leben rund 560 Bienenarten. Mehr als die Hälfte davon ist extrem gefährdet.
Wie weit fliegen Wildbienen?
Wildbienen fliegen nur 200 bis 300 Meter – deutlich weniger als Honigbienen. Nistplatz und Nahrung müssen daher in direkter Nähe liegen.
Was kann ich auf dem Balkon für Wildbienen tun?
Geranien durch bienenfreundliche Pflanzen wie Lavendel, Thymian oder Margeriten ersetzen. Kleine Blumenkästen mit heimischen Wildkräutern sind für Wildbienen wertvolle Nahrungsquellen.
