Imkerbrief 2021-02

Liebe Imkerinnen und Imker im Verein,

habt Ihr es auch schon gehört? – Draußen sind die ersten Meisen zu hören – der Klang des bevorstehenden Frühjahrs …
… doch lieber nicht zu früh gefreut: Petrus lässt bei uns in Wiesbaden das Wetter noch ordentlich Kapriolen schlagen. Nächtliche Frostperioden mit Schneefall wechseln binnen Stunden mit frühlingshaften Temperaturen, die locker die 10-Gradgrenze überschreiten. Ein Wechselbad der Gefühle, die nicht nur den Menschen, sondern auch unsere Bienen zu schaffen machen..


Eben noch in der dichten Wintertraube beim Gruppenkuscheln, dann schon wieder flugbereit der Sonne entgegen… Das kann ganz schön stressen! Immerhin: In den Warmphasen können die Damen wenigstens einmal aufs Klo gehen. Ist ja höchst unangenehm, wenn ´s drückt…

Am Bienenstock
Auch wenn es in den Fingern juckt und die schönen Wetterphasen dazu verlocken, intensiver nach den Bienen zu sehen: In der Ruhe liegt die Kraft! Jeder Eingriff in das Volk ist eine massive Störung, die den Wärmehaushalt stört und zu erhöhtem Futterverbrauch führt. Steigt das Thermometer über acht Grad, kann man aber sehr gut durch Beobachtung der Fluglöcher einschätzen, wie es um die Völker steht. Futtermangel im Februar ist – ausreichende Einfütterung vorausgesetzt – sehr unwahrscheinlich. Wer trotzdem Zweifel hat, kann das Volk mit der Kofferwaage vorsichtig kontrollieren. Erschütterungen sollte man dabei aber tunlichst vermeiden.


Ab Mitte Februar kann man die Diagnosebretter für einige Tage einschieben. Danach kann man sehr gut die Volkstärke und den Bienensitz einschätzen. Auch eine eventuelle Milbenlast wird erkennbar. Letztere kann man zwar jetzt nicht mehr behandeln, aber sie gibt schon einmal einen Hinweis, wie mit welchen Völkern später zu verfahren ist.
Wichtig ist auch, sicherzustellen, dass die Fluglöcher frei sind. Hinter manchem Fluglochkeil verbergen sich kleine Berge von toten Bienen, die den Ausflug verhindern.
Ansonsten kann man sich ja schon einmal in seiner warmen und trockenen Imkerkemenate mit dem Einlöten von Mittelwänden beschäftigen – der schöne Wachs-Honigduft lässt dann vom kommenden Lenz träumen…

Aus dem Verein

Mitgliedsbeiträge und Versicherung werden abgebucht
Im Februar werden wir die Jahresmitgliedsbeiträge abbuchen. Diese enthalten auch den Versicherungsbeitrag entsprechend der zum Stichtag 1. Oktober 2020 gemeldeten Völker. Bitte überprüft, ob die uns angegebene Kontonummer noch stimmt, damit kostenpflichtige Fehlbuchungen vermieden werden.

Online-Sprechstunden der Imkerberater
Wir wollen – trotz Corona – ganz dicht an unseren Mitgliedern bleiben. Deshalb starten wir einen Versuch mit einer Online-Sprechstunde der Imkerberater.


Sie findet am Donnerstag, 18. Februar, in der Zeit von 18 – 20 Uhr mit Microsoft-Teams statt. Manuela und Johannes werden versuchen, alle Fragen von Euch zu beantworten und Tipps zur Auswinterung der Völker geben.
Wir werden rechtzeitig vorher den Zugangslink und auch eine „Gebrauchsanweisung“ versenden. Wichtig: Den Termin im Kalender schon mal vormerken.

„Praxis imkern 2021“


Wegen der Auflagen und Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie mussten wir 2020 unseren Neuimkerkurs abbrechen, bevor er so richtig begonnen hatte. Er soll nun 2021 unter Berücksichtigung der ab Februar aktuell gültigen Auflagen stattfinden. Hierzu haben wir im Bienen-Lehrpark Aukamm die baulichen Voraussetzungen geschaffen, damit mit dem entsprechenden Abstand zu den anderen immer zwei Personen an einem Volk arbeiten können. Die notwendigen Schulungsgespräche können auf der großen Terrasse im Freien stattfinden.
Das Recht, an diesem Kurs teilzunehmen, haben alle Neuimker, die sich 2020 angemeldet haben und die Teilnahme am Anfängerkursus der „Honigmacher“ mit dem Abschlusszertifikat nachgewiesen haben. Weitere Teilnehmer können wir leider nicht berücksichtigen, um die pandemiebedingt beschränkte Gruppengröße einzuhalten.
Für Neuimker, die sich für einen Kurs in diesem Jahr gemeldet haben und die schon Bienenvölker besitzen, versuchen wir eine Begleitung durch erfahrene Imker zu organisieren. Voraussetzung ist aber auch hier das Zertifikat des Onlinekurses für Anfänger der „Honigmacher“.

Webinar „Mit Pia durch das Imkerjahr“


Wie wir bereits im letzten Imkerbrief mitgeteilt haben, bieten Pia Aumeier und der Autor des Buches „Einfach imkern“ Dr. Gerhard Liebig zusammen mit dem Imkerverband Rheinland eine Onlineschulung an, die Neuimker über das ganze Jahr begleiten soll.
Dr. Liebig und Pia Aumeier sind anerkannte Bienenexperten und es ist spannend und informativ, ihnen über die Schulter zu schauen. Pluspunkt zusätzlich: Man kann auch live Fragen stellen.
Da es seitens des Landesverbandes leider kein vergleichbares Angebot gibt, empfehlen wir allen, die noch nicht ganz sicher sind, an diesen Webinar-Terminen teilzunehmen, denn dabei sind „live“ alle Arbeiten zu sehen, die monatsaktuell  am Bienenstand anfallen.
Der erste Live-Stream-Termin ist vor zwei Wochen gelaufen und hat Lust auf mehr gemacht.
Der Link zu Pias „Kanal“ auf YouTube hier.
Die nächsten Termine:
  Samstag, 30. Januar, ab 15 Uhr
  Sonntag, 14. Februar, ab 15 Uhr
  Samstag, 27. Februar, ab 15 Uhr

Weitere Infos zu den Webinaren gibt es hier.

Zwiebelretter gesucht
Noch ist es frostig, aber in ein paar Wochen werden auf den Friedhöfen Schalen mit Frühblühern auf den Gräbern platziert. Für Wildbienen und Hummeln sind deren Blüten ganz wichtige Nektar- und Pollenquellen. Aber: Sind die Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen und Tulpen verblüht, landen die Zwiebeln in den Kompostsammelbehältern. Das ist sehr schade, denn sie sind damit für die Natur verloren. Wieder in den Boden eingebracht, könnten sie im kommenden Frühjahr als Nahrungsquellen für Insekten erneut zur Verfügung stehen.


Wir haben in den letzten Jahren auf den Friedhöfen in Kloppenheim und Delkenheim Körbe aufgestellt und die Friedhofsbesucher mit einem Schild gebeten, die abgeblühten Blumenzwiebeln in diese Körbe zu werfen, damit wir sie auf augenblicklich nicht genutzten Bestattungsflächen wieder einpflanzen können. Der Erfolg war super: In Delkenheim war der Korb zeitweise mehrfach in der Woche gefüllt und auch in Kloppenheim wurden die Zwiebeln im Korb deponiert – dort allerdings haben Besucher die Körbe manchmal auch wieder gleich geleert und die Zwiebeln mitgenommen. Macht nichts, Hauptsache, sie kommen wieder in die Erde… In Delkenheim haben wir in Gebüsch-Säume und in die Blühwiese die Blumenzwiebeln gepflanzt. In Kloppenheim hat das Grünflächenamt die Einpflanzung der Zwiebeln auf einer Wiese übernommen.
Wir würden gerne – vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung des Grünflächenamtes – in diesem Jahr die Aktion auf weitere Friedhöfe ausweiten und dort Sammelkörbe nebst Beschilderung aufstellen. Die Blumenzwiebelspenden könnten dann in Absprache mit den jeweiligen Friedhofsbetreuern entweder gleich oder im Herbst eingepflanzt werden. Die Aufgabe des Leerens der Körbe sollten Mitglieder unseres Vereins durchführen, um eventuell später die Pflanzung der Zwiebeln in einer gemeinsamen Aktion mit dem Grünflächenamt durchzuführen.
Neben Delkenheim und Kloppenheim können wir uns vorstellen, Sammelkörbe nebst Beschilderung vor allem in den Vororten aufzustellen. Die Kosten für die Beschaffung der Körbe und der Beschilderung sowie der passenden Stände würde der Imkerverein (je einmal je Friedhof) übernehmen.
Für diese Aktion suchen wir Blumenzwiebel-Retter, die von Anfang April bis Mitte Mai die Kontrolle und Leerung auf einem Friedhof übernehmen.

Wer mitmachen will, meldet sich unter vorstand@imkerverein-wiesbaden.de.

Volker Göttling zum Ehrenmitglied ernannt

In seiner letzten Sitzung hat der Vorstand beschlossen, den ehemaligen Vorsitzenden des Imkervereins Wiesbaden, Volker Göttling, anlässlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied zu ernennen. Volker Göttling hat in seiner Amtszeit sehr viel Engagement in den Bau und die Einrichtung des Bienen-Lehrparks Aukamm gesetzt und auch die Vertragsverhandlungen mit der Stadt Wiesbaden geführt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar, denn der Aukamm ist mittlerweile das Herz unseres Vereins.
Wir werden in den nächsten Tagen die Urkunde übergeben.

Neue Homepage
Vielleicht ist es Euch ja aufgefallen: Wir haben eine neue Homepage. Ramazan Yerlikaya hat in nächtelanger Arbeit unsere neue Internetpräsenz auf die Beine gestellt und „entrümpelt“. Noch fehlt das eine oder andere Element, aber die Seite funktioniert prima und sieht zeitgemäß aus (finden wir jedenfalls). Sie bietet uns jetzt auch die Möglichkeit, andere Medien einzubinden und ist einfacher zu administrieren.


Auf der neuen Präsenz kann man auch alle Imkerbriefe noch einmal nachlesen
www.imkerverein-wiesbaden.de.

Wenn Euch unsere neue Internetvisitenkarte gefällt oder Ihr Verbesserungsvorschläge habt: Wir freuen uns über Mails an: vorstand@imkerverein-wiesbaden.de.

Achtet auf Euch und die Anderen und bleibt gesund!

Der Vorstand

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Foto: Aumeier