Imkerbrief 2022 – 09

Liebe Imkerinnen und Imker im IVW,
liebe Freundinnen und Freunde des Vereins,

die Sommerferien sind so gut wie vorbei. Wir hoffen, Sie alle hatten einen schönen erholsamen Urlaub.

Bei uns in Wiesbaden scheint nach wie vor die Sonne und bringt hochsommerliche Hitze. Die Natur dürstet nach Wasser und leidet unter der anhaltenden Trockenheit. Für die Bienen ist dieser Sommer eine echte Herausforderung. Und dennoch: Am Morgen sieht man die Sammlerinnen mit dicken Pollenhöschen auf dem Flugbrett.

Diese Blüte der Wegwarte haben wir mit einer UV-Lampe bestrahlt. Deutlich sind wie eine Neonreklame jetzt die Saftmarken zu sehen, die den Bienen signalisieren „Jetzt Nektar im Angebot“

Es gibt Pflanzen, die selbst bei langanhaltender Trockenheit blühen: Beispielsweise die Wegwarte. Ihre blauen Blüten leuchten am Wegrand. Interessant ist, dass diese Blüten nur am Vormittag Nektar liefern – am Nachmittag ist das Blüten-Restaurant geschlossen. Die Bienen wissen das. Weil sie ultraviolettes Licht sehen, erkennen sie die Saftmarken der Blüte, die wie eine Neonreklame am Morgen leuchten. Am Nachmittag verblassen sie. Für die Bienen ein klares Signal, dass sich ein Anflug nicht mehr lohnt.
Auch Lavendel, Steppensalbei, Fetthenne und blaue Kugeldisteln bieten trotz fehlendem Regen immer noch das eine oder andere Leckerchen… Dennoch, die wenigen trockenresistenten Pflanzen können natürlich den Bedarf der Völker nicht decken.
Aber wir können für die kommenden Jahre vorsorgen und im Garten trockenheitsresistente Pflanzen kultivieren.

Die Waagen zeigen auf Grund der schlechten Nektarversorgung in den letzten Wochen konstant Minuswerte an. Die Völker nutzen die (verbliebenen) Honigvorräte, um ihre Brut zu ernähren. Wohl dem, der seine Stöcke nicht zu sehr ausgeräubert hat, denn dann könnte es tatsächlich vorkommen, dass jetzt Völker Hunger leiden..
Besonders die Ableger brauchen einen konstanten Futterstrom, damit sie rechtzeitig vor der Einwinterung ausreichend stark sind.

Ganz offensichtlich gefällt auch den Milben die Hitze nicht. Soweit wir hören, fallen – von Ausreißern abgesehen – aktuell deutlich weniger Milben. Eine der Ursachen für den geringeren Milbenfall dürfte sein, dass viele Königinnen die Eiablage reduziert bzw. sogar ganz eingestellt haben. Weniger Brut = weniger Milben.
Deshalb auch nicht gleich erschrecken, wenn keine Brutflächen zu sehen sind. Wenn die Völker ruhig sind und nicht brausen, ist bestimmt auch die Königin vorhanden.

Auch wenn wir bei den jetzt regelmäßigen Kontrollen nur wenige Milben auf dem Diagnosebrett finden, dürfen wir uns nicht täuschen lassen und leichtfertig auf die Varroabehandlung verzichten, denn im September/Oktober entstehen die Winterbienen. Die müssen gesund sein, sollen die Völker gut durch den Winter kommen.

Wer nicht die biotechnischen Verfahren „Teilen und Behandeln“ oder das „Bannwabenverfahren“ durchgeführt hat, der muss jetzt die Spätsommerpflege vornehmen. Wie diese gemacht wird, kann man auf den Seiten von Dr. Gerhard Liebig nachlesen. Hier geht es zum entsprechenden Beitrag.

Und noch eins: Auch wenn wir das schon hundert Mal gesagt und geschrieben haben: Keine Varroabehandlung ohne vorhergehende Diagnose (drei Tage Windel einschieben und Milben zählen) und Blick auf www.varroawetter.de.
Ohne genaue Diagnose keine Behandlung! – Alles andere ist Blindflug!

Auch die Wirtschaftsvölker brauchen Futter. Bewährt hat sich das langsame Auffüttern. Heißt: die für die Überwinterung notwenige Futtermenge wird nicht auf einmal gegeben, sondern in mehreren kleineren Portionen über einen längeren Zeitraum. So können die Bienen das Futter bearbeiten und dort einlagern, wo sie es im Winter gut abnehmen können. Zu große Futtermengen führen dazu, dass das Brutnest verhonigt wird und die Königin keine Möglichkeit zur Eiablage hat.

Zur Erinnerung: Ein zweizargiges Wirtschaftsvolk sollte mit mindestens 18 Kilo Vorrat in den Winter gehen, die Einzarger benötigen etwa 14 Kilo.

Wer wissen will, wie viel Futter im Stock ist, wiegt eine entsprechende Beute mit Boden und Deckel sowie mit Leerrähmchen. Rechnet man zwei Kilo für das Bienenvolk dazu, kann man am „Übergewicht“ den Vorrat ersehen.

Aus dem Verein

Herbstfest beim Imkerverein


Lust, einmal mit Imkerkolleginnen und -kollegen einen Erfahrungsaustausch zu machen? Unser Herbstfest im „Bienen-Lehrpark Aukamm“ am Sonntag, 11. September, bietet hierzu von 14 bis 17 Uhr eine gute Gelegenheit. Rat – auch bei kniffeligen Fragen – gibt es an diesem Nachmittag auch von den Imkerberatern. Bei Kaffee und (gespendetem) Kuchen sowie „Mannis-Grillwürstchen“ lässt sich sicherlich das eine oder andere Problem lösen.
Bei dieser Gelegenheit kann man sich auch den Schleuderraum ansehen. Er bietet unseren Mitgliedern die Möglichkeit, hygienisch einwandfrei Honig zu gewinnen. Dank der Unterstützung des Wasservereins und unseres Gartennachbarn werden wir ab 2023 auch ausreichend Wasser zum Spülen der Gerätschaften zur Verfügung haben, so dass das lästige Kanisterschleppen zukünftig entfällt.

Im Verlauf des Nachmittags gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem es neben einem Bienenvolk auch Einkaufsgutscheine bei einem Imkereihandel in Kemel zu gewinnen gibt.

Anmeldungen zum Herbstfest nehmen wir gerne bis 5. September unter anmeldung@imkerverein-wiesbaden.de entgegen. Kinder und Familienangehörige sind natürlich willkommen.

Erntedankfestvorbereitungen laufen

Es ist eine der größten und attraktivsten Veranstaltungen in Wiesbaden: Das Erntedankfest am Warmen Damm am Samstag, 24. und Sonntag, 25. September, bei dem sich die landwirtschaftlichen Erzeuger und auch viele Anbieter von Naturprodukten präsentieren. Ein Fest für die ganze Familie, das auch mit einem bunten Rahmenprogramm lockt. Ein Besuch lohnt sich.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit einem Informations-Stand vertreten sind und uns die Stadt ein geräumiges Zelt zur Verfügung stellt, in dem wir für unseren Verein und natürlich den Wiesbadener Honig werben können.

Wir haben uns riesig über die tolle Resonanz auf unsere Bitte gefreut, uns bei der Standbesetzung zu helfen. Alle Funktionen sind ausreichend besetzt. Was allerdings nicht hei0t, dass wir uns nicht über jede weitere helfende Hand freuen.
Noch nehmen wir Meldungen von Mitgliedern an, die an der Honigprämierung teilnehmen wollen. Die Bedingungen haben wir bereits im letzten Imkerbrief erläutert. Wir fügen die „Spielregeln“ diesem Imkerbrief aber noch einmal an.

Ganz wichtig: Völkermeldung nicht vergessen

Wir erinnern erneut daran, dass zum Stichtag
15. September, jede Imkerin und jeder Imker verpflichtet ist, dem Verein die Anzahl der Bienenvölker und auch dem Veterinäramt die Standdaten (Völker/Koordinaten) zu melden.
Die Völkermeldung an den Verein ist die Grundlage zur Berechnung des Mitgliedsbeitrags, denn die Anzahl der Völker bestimmt unter anderem die Höhe des Versicherungsbetrags und der Abgaben an den D.I.B. Sie wird auch der Tierseuchenkasse gemeldet. Ohne diese Meldung gibt es im Schadensfall keine Entschädigung.

Die Meldung an das Veterinäramt ist gesetzlich verpflichtend. Sie hat große Bedeutung beim Ausbruch einer Tierseuche – beispielsweise der Amerikanischen Faulbrut. Nur wenn das Amt die Lage und Anzahl der Völker kennt, kann es schnell Maßnahmen einleiten, um eine Ausbreitung zu stoppen und uns und unsere Bienen vor Schäden zu schützen.
Mal ganz nebenbei: Bei einem Ausbruch von AFB bleiben Besitzer von Ständen, die dem Veterinäramt nicht gemeldet sind, auf den Kosten sitzen. Dann zählt nicht nur der eigene Schaden sondern auch die „Regiekosten“ für BSV, Feuerwehr und andere Beteiligte werden berechnet. Kann also ziemlich teuer werden, wenn man die Meldung „vergisst“.
Die entsprechenden Formulare gibt es hier;

Neue Datenschutzinformation zur Online-Mitgliederverwaltung

Voraussichtlich im Oktober stellen wir unsere Mitgliederverwaltung auf eine neue Version um, die der Deutsche Imkerbund seinen Landesverbänden und Mitgliedsvereinen bereitstellt. Hierzu wurde entsprechend der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eine Vereinbarung zwischen den Beteiligten geschlossen, in der die Pflichten und Rechte definiert sind. Auch wird verbindlich geklärt, welche Daten der Mitglieder von wem bearbeitet und eingesehen werden können.

Für unsere Mitglieder fügen wir die entsprechende Information diesem Imkerbrief bei.

Online-Treffen zum Thema „Einwinterung“


Angesichts der diffusen Corona-Infektionslage hat der Vorstand beschlossen, die monatlichen Themen-Stammtische wieder online anzubieten, da die Treffen draußen nicht mehr möglich sind. So können wir allen Mitgliedern – auch den Risikopersonen –  ermöglichen, die aktuellen Imkerthemen zu verfolgen.


Der nächste Online-Stammtisch mit dem Thema „Einwinterung“ findet am
Dienstag, 13. September, 19 Uhr, statt.

Unsere Imkerberater werden an diesem Abend auch wieder die Fragen der Imkerinnen und Imker beantworten.
Hier der Link zur Teilnahme: (+++Link im Imkerbrief per Email+++)

Aufgabe einer Imkerei

Aus gesundheitlichen Gründen muss eine unserer Imkerinnen die Bienenhaltung aufgeben und gibt deshalb ihr Material und auch die Bienen ab. Eine Liste der Gegenstände kann angefordert werden.
Kontaktaufnahme über diesen Link (+++Link im Imkerbrief per Email+++).

Wir wünschen Euch einen schönen September und freuen uns, Euch beim Herbstfest und beim Erntedankfest zu sehen.

Der Vorstand

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