IVW-Imkerbrief 2021-07 No.2

Liebe Imkerinnen und Imker im Imkerverein Wiesbaden,

das Trachtende kündigt sich an und die Völker werden in absehbarer Zeit abgeschleudert. Die Sommerhonigernte dürfte besser ausgefallen sein, als die des Frühjahrs, gleich wenn auch hier im Gegensatz zum Vorjahr bei vielen Stöcken deutlich weniger im Eimer landete.

Varroabehandlung planen
Mit dem Abschleudern steht die Varroabehandlung auf der Arbeitsliste.
Vorab: Keine Behandlung ohne genaue Kenntnis des Varroadrucks! Heißt, mindestens einmal pro Monat muss die Windel für drei Tage eingelegt werden. Dann heißt es zählen…
Dabei gilt es die Schadschwellen im Auge zu behalten.

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten.
Die Anwendung der Ameisensäure haben wir bereits mehrfach thematisiert. Wer trotzdem noch einmal Informationen haben möchte, findet diese hier:
https://www.bienenundnatur.de/aktuelles/ameisensaeurebehandlung-bienen-gegen-die-varroa-milbe-behandeln/

https://www.bienenjournal.de/glossar/ameisensaeure/.

Diese Art der Milbenreduzierung hat den Vorteil, dass sie als einziges zugelassenes Mittel in die Brut wirkt. Nachteil ist die Wetter- und Temperaturabhängigkeit, die sie in Zeiten des Klimawandels schlecht planbar macht.
Deshalb ist vor der Anwendung ein Blick auf die Seite „Varroawetter“ unverzichtbar.

Der abgebildete QR-Code führt direkt auf die Seite.

Vielen unserer Mitglieder ist aber die Säure stinkende Säure ein Graus und auch die Bienen sind davon nicht begeistert, wie man bei der Anwendung oft sehen kann. Sie hängen in Trauben vor der Beute und fächeln mit Elan, den Säuredunst aus der Beute.

Biotechnische Maßnahmen in Verbindung mit Oxalsäure

Es gibt eine Reihe von biotechnischen Maßnahmen, die in Verbindung mit Oxalsäure, die in der Anwendung nicht wetterabhängig ist, aber nicht in die Brut wirkt. Die Völker müssen also brutfrei sein.

Die von den Bieneninstituten propagierte „Totale Brutentnahme“ wird von den allermeisten unserer Mitglieder nicht akzeptiert. Einmal, weil beim Bannwabenverfahren oder mit Brutscheunen relativ viel Aufwand getrieben werden muss und der Materialeinsatz groß ist. Zum zweiten aus ethischen Gründen. Das Einschmelzen der entnommenen Brut ist aus Sicht von Hobbyimkern, die eine enge Verbundenheit zu ihren Bienen haben, untragbar. Es gibt aber Alternativen:

Käfigen der Königin – „Projekt Vitalbiene“


Dabei wird die Königin über einen Zeitraum von 25 Tagen gekäfigt und das dann brutfreie Volk mit Oxalsäure, wie es im Projekt „Vitalbiene“ des Bieneninstituts in Kirchhain experimentell untersucht wird behandelt. Wir sind bekanntlich dazu eingeladen an dieser Untersuchung teilzunehmen .Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bieneninstituts haben es ja auch im letzten Online-Stammtisch vorgestellt. Hierzu wird es am Samstag, 7. August, einen „Praxistag“ im Bienenlehrpark Aukamm geben. Hier werden die erforderlichen Arbeitsschritte vom „Team Vitalbiene“ gezeigt und offene Fragen beantwortet. Wir werden hierzu eine eigene Einladung verschicken.

Online-Stammtisch am Donnerstag: „Teilen und Behandeln“


Mit der Methode „Teilen und behandeln“ ist die Milbenreduzierung relativ einfach und es bedarf wenig zusätzlichem Material. Dabei wird das Volk in einen Flugling und einen Brutling aufgeteilt. Eine relativ einfach umzusetzende Maßnahme, die besonders bienen- und königinnenschonend ist. Zur Bekämpfung der Varroamilbe kommt ausschließlich Oxalsäure (oder Milchsäure) zum Einsatz, sodass die während der Behandlung herrschende Witterung nicht berücksichtigt werden muss. Deshalb ist eine genaue Terminplanung nicht erforderlich.
Wir werden diese Methode theoretisch in unserem Online-Stammtisch am Donnerstag, 15. Juli, 19 Uhr, erläutern. Auch hierzu gibt es zwei „Praxistage“. Sie werden am Stand der Bienensachverständigen Petra Wander am 30. Und 31. Juli in Schierstein stattfinden.

Weitere Infos aus dem Verein.
Eine ganze Schule tanzt den Bienensong.

Eine Riesenüberraschung hatten die Kinder der Karl-Gärtner-Schule in Delkenheim anlässlich des runden Geburtstages von Siggi Schneider vorbereitet, der ja bekanntlich zusammen mit Herbert Schneider seit sieben Jahren das Projekt „Bienen im Klassenzimmer“ realisiert. Mehr als 260 Schülerinnen und Schüler haben zusammen mit dem ganzen Kollegium einen schwarz-gelben Bienen-Tanz auf dem Schulhof aufgeführt. „Sieh mal diese Biene da…“ wurde heimlich still und leise über mehrere Tage geprobt und für die beiden Imkern, die gerade das Honigschleudern vorbereiteten, aufgeführt. Das gab ganz schön „Pippi in den Augen“…
https://karl-gaertner-schule.de/guck-mal-diese-biene-da-summ-summ/

Völkerbörse
Wer seinen Bienenstand verstärken will, hat immer noch die Chance, Bienenvölker und Ableger zu kaufen. ilkay.topcu@macbay.de oder ralph@wasmuth.de

Einkaufstipp zum Einfüttern:
Diese Woche Haushaltszucker im Angebot bei Netto: 0,59 Euro.

Das Raiffeisenzentrum in Ingelheim ist von Wiesbaden aus gut zu erreichen und bietet Bienenfutter.
Wir haben für unsere Mitglieder einen Sonderpreis vereinbart.
Hier die Preise:
Api-Invert-Futtersirup, 28 Kilo, 27 Euro plus 7% MWST
Api-Invert Futtersirup, 14 Kilo ,16,22 Euro plus 7% MWST
Api-Fonda (Teig), 2,5 Kilo        , 3,33 Euro plus 7% MWST

Außerdem gibt es dort auch Ameisensäure (60% ad us vet) und Oxalsäure.
Wer in Ingelheim sein Bienenfutter kaufen und teure Transportkosten einsparen will, benötigt ein Kennwort. Das kann man unter info@imkerverein-wiesbaden.de anfordern.

Termine:

Donnerstag, 15. Juli, 19 Uhr:
Online-Stammtisch zum Thema „Alternativen zur Amseinsäure“

Freitag, 30. Juli, 17 Uhr, Bienenstand von BSV Petra Wander, Schierstein, Schönaustraße (Koordinaten……………………………………..):
Projekttag: Demonstration der Methode „Teilen und behandeln“

Samstag, 31. Juli, 10 Uhr, Bienenstand der BSV Petra Wander, Schierstein, Schönaustraße (Koordinaten……………………………………..):
Projekttag: Demonstration der Methode „Teilen und behandeln“

Samstag, 7. August, 10 Uhr, Bienenpark Aukamm (Parkmöglichkeit nur in der Aukammallee!):
Projekttag: Demonstration des Projektes „Vitalbiene“ durch das Team des Bieneninstituts Kirchhain

Hinweis: Zu den einzelnen Projekttagen können bei Bedarf Wiederholungen nach den Ferien angeboten werden. Bitte achtet auch auf den Terminkalender auf unserer Homepage.

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung an diesen Bildungsangeboten, die das Ziel haben, die Bienengesundheit in Wiesbaden noch weiter zu optimieren.

Der Vorstand